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Der Mind-Body-Ansatz
Eine Erläuterung

Was ist der Mind-Body-Ansatz?

Der Mind-Body-Ansatz ist keine standardisierte Therapieform, sondern ein übergeordnetes Konzept, ein «Schirmbegriff» (Umbrella-Term). Er geht davon aus, dass Körper und Geist keine getrennten Systeme sind, sondern eine Einheit bilden und sich gegenseitig ständig beeinflussen. Gedanken, Gefühle und Stress wirken sich also direkt auf körperliche Prozesse aus, und umgekehrt beeinflusst der Zustand unseres Körpers auch, wie wir denken und fühlen.

 

Der Mind-Body-Ansatz liefert einen Erklärungsansatz für viele Beschwerden, für die sich keine klare, nachweisbare strukturelle Ursache finden lässt (zum Beispiel im MRI oder Blutbild), aber ein sichtbares Leiden bzw. klare Symptome bei Betroffenen vorhanden sind. Diese Symptome sind genauso real wie Beschwerden mit einer nachweisbaren strukturellen Ursache. Betroffene bilden sich die Schmerzen oder die Erschöpfung nicht ein. Sie entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel psychophysiologischer Prozesse, also durch das Zusammenwirken von Nervensystem, Stresshormonen, Gedanken und Verhalten.

 

Neuroplastizität

Der Mind-Body-Ansatz geht davon aus, dass das Gehirn eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung solcher Symptome spielt: Im Mind-Body-Ansatz spricht man von neuroplastischen Symptomen. Der Begriff Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrung fortlaufend zu verändern und neue Verbindungen zu bilden. Diese Fähigkeit ist grundsätzlich etwas Positives, denn sie ermöglicht uns zu lernen. Sie kann aber auch dazu führen, dass ein Alarmmuster wie beispielsweise chronischer Schmerz «gelernt» werden und sich im Körper fortsetzt. Die Veränderbarkeit des Gehirns macht es zum Glück auch möglich, ein solches Muster wieder zu «verlernen».

 

Die vier Bausteine des Mind-Body-Ansatzes

Der Mind-Body-Ansatz liefert Werkzeuge, um diese Fähigkeit der ständigen Veränderung des Gehirns zu nutzen und so die neuroplastischen Symptome zu behandeln. 

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Wir von MindBodySchweiz verstehen unter dem Mind-Body-Ansatz vier zentrale Bausteine: «Top Down»- und «Bottom Up»-Übungen, die Emotionsarbeit, sowie die «Gradual Exposure». «Bottom Up» sind körperbasierte Übungen, die den Umgang mit Symptomen erleichtern («vom Körper zum Gehirn»). «Top Down» ist das Gegenstück zu «Bottom Up» («vom Gehirn zum Körper») und beinhaltet mentale Übungen wie Brain Retraining, Visualisierungen und Symptom-Umdeutung. Emotionsarbeit bedeutet eine differenzierte Auseinandersetzung mit allen Emotionen, welche Symptome begleiten, vorausschicken oder zur Folge haben. «Gradual Exposure» (graduelle Aussetzung) bedeutet eine behutsame und schrittweise Aussetzung gegenüber Situationen (sog. «Triggers»), die Symptome verschlimmern. Diese vier Bausteine finden sich in den verschiedenen Therapiekonzepten, die mit dem Mind-Body-Ansatz arbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Pain Reprocessing Therapy (PRT) und die Emotional Awareness and Expression Therapy (EAET). Alle Therapien im Mind-Body-Ansatz haben zum Ziel, das Nervensystem langfristig zu regulieren, so dass die symptomfreie Zeit zunimmt und deren Intervalle immer länger werden. Dies kann zur Genesung führen. 

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Empfehlenswerte Mind-Body-Therapien

Das systematische Verlernen von neuroplastischen Symptomen benötigt Zeit und Geduld. Wir von MindBodySchweiz sprechen keine Empfehlungen für bestimmte kommerzielle Therapiemethoden und -Programme aus. Wir empfehlen jedoch, auf folgende Alarmzeichen zu achten: Verspricht eine Therapie eine sehr schnelle Heilung («sofort» oder innerhalb eines klar definierten Zeitraumes wie z.B. «innerhalb von drei Wochen») oder eine «Wunderpille», ist eine Therapie sehr kostenintensiv und/oder mit Mitgliederrekrutierung verbunden («Schneeballsysteme»), hat sie dogmatische Ausrichtungen (bsp. reisserisches Vokabular oder Superlative) und gibt bspw. Patient*innen die Schuld für ihre Symptome, deutet dies auf unseriöse Therapiemethoden hin.

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Mind-Body-Ansatz Zeichnung.jpg

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